Jubiläumsfeier 2013

10 JAHRE TURMSTRAßENKINDER – Juni 2003 bis Juni 2013
Chronik zur Jubiläumsfeier
( 21.Juni.2013)

Wo die Liebe blüht,
ist das Haus voller Sonne.
Engel stehen singend am Fenster,
und Kinder werden Sterne pflücken

Ab 6. Juni 2003 war SEAN das erste Kind in der Betreuung, chronologisch folgten:
JONA – LEA – NOAM – CARLO –YORAM – JANNIS – LEON – LARA – LUZIA – ENNO – BENJAMIN –NICOLAI – BERSABEL –JONAS – LUIS – PEAR – NARST – OSKAR – PAULA – TAMAR (Schwester von Noam) – ALEXANDRA – LEANA – FRIDA –LOVIS – LINUS (Lille) – EMIL – GRETA – MIRA – ROBERT – ELENA – PHILIPP – SIMON – HENRI (Bruder von Oskar) – TILL – TORBEN – FABIAN – VALERIE – DAVID – NELE – FLOYD – NANDO – LEWIN – MAX – ANOUK – HANNES & JONAS (Zwillinge) –  LOUISA – HANNES – JONATHAN (Bruder von Fabian) – CARLOTTA – HELENA – ANNIKA – MATTES ( Bruder von Nando) – SOFIA ……………………………

In Zahlen: sind es 55 Kinder, 110 Elternteile, 3650 Betreuungstage (abzüglich Feiertage und Urlaub), 6000 Windeln (geschätzt), …..

Bis Frühjahr 2003 habe ich vorwiegend als Diplom-Sozialpädagogin in unterschiedlichen sozialen Bereichen gearbeitet.

Dann wollte ich mich beruflich verändern und vorübergehend privat Kinder betreuen.
Sean ist am 16.März 2003 geboren und von zwei Seiten wurde an mich herangetragen, dass die Familie für ihren Sohn in Nippes eine Betreuung sucht. Ich traf mich mit den Eltern, Doris und Oliver, es harmonierte und Sean war der erste und jüngste Spross (mit 3 Monaten), der in die Turmstraße zu mir gebracht wurde. Der Beginn war also in meiner ursprünglichen 60 qm  großen Wohnung mit Garten, einer Wickelkommode, einem Kinderbettchen und einer Kiste Spielzeug.

Es war ein besonders heißer Sommer und ich genoss es mich nur auf ein Kind zu konzentrieren. Stolz, als wäre ich die Mutter, waren wir viel in Nippes unterwegs. Manchmal schauten Leute in den Kinderwagen und bewunderten den kleinen, kräftigen Kerl.

Die Mutter von Sean erzählte Freunden und Arbeitskollegen von der Betreuung ihres Sohnes und durch diese Werbung kamen weitere Anrufe von Familien, um ihr Kind bei mir betreuen zu lassen.

Nach ungefähr einem Jahr wurden es mehr und mehr Kinder und die Arbeit für eine Person zu viel. Außerdem war es mir zu einsam.

Dirk (Diplom-Sozialpädagoge) und Amra ( damals noch im Diplompädagogenstudium ) gewann ich als MitarbeiterInnen . Die Arbeit war dadurch leichter, man konnte gemeinsam mit den Kindern viele schöne, witzige und anrührende Situationen erleben und sich darüber austauschen. Amra wurde durch die Arbeit inspiriert im Studium ihren Schwerpunkt auf Kleinkindpädagogik zu legen. Mit Dirk war es besonders familiär, er nahm quasi die Vaterrolle ein. Die Kinder haben es sehr genossen neben dem Weiblichen auch ein männliches Vorbild zu haben und durch seine Sportlichkeit erlebten die Kinder mutige und kreative Bewegungsspiele.

2005 mieteten wir neben meiner Wohnung eine weitere Wohnung an. Wir hatten dadurch 2 weitere Zimmer, Flur, Bad und einen überdachten Balkon. 2009 bauten wir in der neu dazugekommenen Wohnung eine Wohnküche für die Kinder ein und konnten so private und berufliche Räume mehr voneinander trennen. Auch Praktikanten bereicherten die Arbeit mit den Kindern.

Später dann stießen die derzeitigen Mitarbeiterinnen dazu, Milena (Grafikerin und Tagespflegeausbildung), Nahid (Archäologin und Tagespflegeausbildung) und Ronja (im Studium Lehramt). Milena ist besonders viele Stunden mit den Kindern zusammen und kann mich, wenn nötig, komplett vertreten. Alle meine Mitarbeiterinnen arbeiten mit den Kindern sehr geduldig, liebevoll und kreativ.

Allen mein herzliches Dankeschön für die engagierte Arbeit. Ein jeder bereichert die Arbeit mit unterschiedlichen Schwerpunkten, sei es Musik, Handwerkliches, Malen, Spiele, Naturerlebnisse …

Seit Januar 2013 haben wir an die 110 qm Betreuungsfläche in der Turmstraße und natürlich weiterhin den dazu gehörenden Garten.

Die pädagogischen Einflüsse, nach denen wir arbeiten, sind vielfältig: Waldorfpädagogik, Montessori, Pestalozzi, E. Pikler und neuste Erkenntnisse aus der Bildungs-und Entwicklungsforschung zu Kleinkindern fließen mit ein.

Im Vordergrund unseres Handelns steht der liebevolle Umgang miteinander, spielerisch die Lernfähigkeit und das Sozialverhalten der Kinder zu fördern, Lebensfreude, Kreativität, Phantasie und Neugierde zu wecken und Offenheit, Spontaneität, Aktivität und Sensibilität in der Gemeinschaft zu erleben.

In den Seminaren und Supervisionen, die ich für Pädagogen anbiete, stelle ich die Turmstraßenkinder als Modellprojekt vor.

Höhepunkte der Turmstraßenkinder sind nach wie vor die gemeinsamen Feste: Karneval, Sommer-, Laternen- und Weihnachtsfeste. Da wir mit den Kindern viel musizieren, ist fester Bestandteil auf den Festen gemeinsam zu singen.

Und im Frühjahr 2011 gab es eine 6-wöchige Fotoausstellung im Altenberger Hof zum Thema: Kindheit in Nippes – Die Turmstraßenkinder -. Einige Bilder hängen dauerhaft in den Räumen der Turmstraße.

An dieser Stelle noch ein großes Dankeschön an alle Eltern, die mir/uns ihr Vertrauen schenken, den Kindern mit ihren so wundervollen Eigenschaften und Eigenarten und für die kontinuierliche hilfreiche Unterstützung meines Lebenspartners.

Barbara Eggert